Mitarbeit

Mitarbeit als Arzt

Die „Ärzte für Kerala“ (ÄfK) bestehen aus einer Gruppe engagierter Ärztinnen und Ärzte vor allem aus den Fachgebieten Allgemeinmedizin und Innerer Medizin. Im Rahmen des „Community-Based Palliative Care“ Projektes (CBPC) ermöglichen die ehrenamtlich tätigen Ärzte in ihren mindestens vierwöchigen Einsätzen eine medizinische Basisversorgung chronisch kranker Menschen. Ohne die Strukturen des ÄfK/CBPC Projektes bliebe eine adäquate medizinische Versorgung für unsere Patienten unerreichbar.

Wir suchen approbierte Ärztinnen und Ärzte aus den Fachgebieten Allgemeinmedizin und Innerer Medizin mit einer mindestens dreijährigen Berufserfahrung. Solide Englischkenntnisse sind für die Arbeit vor Ort unabdingbar.

Um Ihnen eine möglichst effektive Tätigkeit im Projekt zu ermöglichen, ist eine Einsatzzeit von vier bis sechs Wochen vorgesehen. Darüberhinaus sind auch längere Einsätze, bei entsprechend freier Kapazität, möglich.

Wir bieten Ihnen eine interessante und herausfordernde medizinische Tätigkeit zugunsten von Menschen, die sich ohne Ihren Einsatz keine adäquate medizinische Versorgung leisten könnten.

Als „Hausarzt“ besuchen Sie die Patienten zusammen mit unseren Krankenschwestern und „Community Health Workers“ und kümmern sich um die Behandlung akuter Erkrankungen sowie die langfristige Therapiesteuerung.

Vor Ort in Mararikulam stellen wir Ihnen die Unterkunft und Verpflegung frei zur Verfügung. Da wir unsere Spendengelder möglichst unmittelbar vor Ort und am Patienten einsetzen wollen, müssen die Reisekosten selbst getragen werden.

Während Sie von Montag bis Freitag im Projekt arbeiten, können Sie die Wochenenden beispielsweise dazu nutzen Südindien noch näher kennenzulernen. Hierfür stehen Ihnen die Mitarbeiter von Samhathi mit Rat und Tat zur Seite.

Erfahrungsberichte

Zusätzliche Informationen und weitere Erfahrungsberichte finden Sie auf http://aerztefuerkerala.blogspot.de/

Erfahrungsbericht Dr. Busch

Nun wieder in die Heimat zurückgekehrt, denke ich an die unsagbare Dankbarkeit und Herzenswärme der Menschen sowie die intensiven privaten und beruflichen Erlebnisse, welche für mich von unschätzbarem Wert sind. Nach meinem sechswöchigen Einsatz für „Ärzte für Kerala“, in dem kleinen Fischerdorf Mararikulam, wirken diese Eindrücke noch immer nach und motivieren bereits jetzt zu einem erneuten Mitwirken in der NGO.

Durch medizinische Einsätze während des Studiums und praktischen Jahres in Nepal und Nordbrasilien zumindest ein wenig auf die Arbeit in einem anderen sozioökonomischen Ambiente und Kontext vorbereitet, ging es nach wenigen Tagen zusammen mit Timm Schneider, dem Initiator von „Ärzte für Kerala“, der für das Projekt „mTriage“ vor Ort war, auch schon alleine los. Zusammen mit einer der beiden geschulten, erfahrenen und lebensfrohen Krankenschwestern, einem „Volunteer“, den wichtigsten Medikamenten und einem Fahrer, rollt die kleine „Mobile Clinic“ von Samhathi täglich los.

Als Teil des „Community Based Palliative Care“ (CBPC) Projektes versorgt das Team so insgesamt einen Patientenstamm von mehr als 2000 chronisch kranken Menschen, aus neun Regionen zwischen Cochin und Alleppey. Ist kein Arzt zugegen, fahren die Krankenschwestern alleine los und versorgen die bitterarmen Patienten unter anderem mit Medikamenten, gewährleisten Wundversorgung oder wechseln Katheter.

Als Arzt im Team leistet man bei den Hausbesuchen im Wesentlichen eine allgemeinmedizinisch-internistische Basisversorgung. Oft findet man die Patienten und ihre Familien in einfachsten Holzhütten vor, in abgelegenen und schwer zugänglichen Regionen des ländlichen Kerala.

Entgegen der gängigen Meinung, man wäre in Ländern wie Indien vor allem mit Tropenkrankheiten konfrontiert, hat man es in den Schwellenländern weltweit vor allem mit den sogenannten „NCDs“ (non-communicable diseases) zu tun. Diese „Volkskrankheiten“ wie Diabetes Mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen kennt man aus dem Internistenalltag in Deutschland nur allzu gut, doch bedingt durch die limitierten Mittel ist in Indien stets viel Improvisationstalent und Durchhaltevermögen gefragt.

Eine Besonderheit des diesmaligen Einsatzes der „Ärzte für Kerala“ war die Implementierung von „mTriage“, einem telemedizinischem Projekt zur Prävention der „NCDs“. Ziel ist es, den Krankenschwestern anhand der von ihnen erhobenen Parameter, computergestützte Entscheidungshilfen hinsichtlich des aktuellen Gesundheitszustandes und des Therapieverlaufes der Patienten zur Verfügung zu stellen. Hierbei sollen Komplikationen im besten Fall verhindert, zumindest aber rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt werden. Diese Früherkennung ist in Zusammenhang mit stark limitierten Ressourcen von besonderer Wichtigkeit, da nur so vermieden werden kann, dass eine Erkrankung den Betroffenen in Armut stürzt. So bedeutet beispielsweise der Schlaganfall eines Bluthochdruckpatienten oftmals den finanziellen Ruin für die gesamte Familie.

Father Jacob, der Leiter von Samhathi-Indien und seine Mitarbeiter vor Ort brachten mir so viel Offenheit und Hilfsbereitschaft entgegen, dass ich mich stets gut aufgehoben und versorgt fühlen konnte. Vielen Dank an das Team von Samhathi-Indien und an alle Beteiligten, ich freue mich auf den nächsten Einsatz!

Dr. Dorothea Busch

Ausrüstung

Jede Ambulanz ist mit einem Arzt, einer Krankenschwester, einem Fahrer sowie einem freiwilligen Mitarbeiter des jeweiligen Distrikts besetzt.

Zur Ausstattung gehört eine Mindestanzahl aller bei Samhathi verwendeten Medikamente (entsprechend der WHO Essential Medicines List), die notwendigen Gerätschaften zur (sterilen) Wundversorgung, einfache diagnostische Apparaturen sowie ein „mTriage“ System zur digitalen Dokumentation der Patientenbesuche und Aufzeichnung eines EKGs. Das „mTriage“ System dient, bei Abwesenheit eines Arztes, auch als Entscheidungsunterstützungssystem für die Krankenschwestern und Community Health Workers.

Krankheitsbilder

In Schwellenländern wie Indien treten seit einigen Jahren die sogenannten „nicht-übertragbaren“ Erkrankungen (http://www.who.int/nmh/en) wie Diabetes und Herzkreislauferkrankungen in den Vordergrund der Gesundheitsproblematik. Gerade bei unseren chronisch kranken Patienten führen sie zu einer andauernden Beeinträchtigung und oftmals körperlicher Behinderung.

„Nicht-übertragbare Erkrankungen“ – „Non-Communicable Diseases“ (NCDs)
Auch in einem Land wie Indien sind die Risikofaktoren für NCDs omnipräsent. So beträgt die Prävalenz der Adipositas in manchen Regionen mehr als 40%. Aber auch Nikotinabusus ist besonders unter Männern ebenso wie starker Alkoholkonsum weit verbreitet. Hausfrauen kochen oftmals noch über offenem Feuer und entwickeln so chronische Lungenerkrankungen wie die COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Zur Prävalenz der NCDs in unserer Region bitte hier klicken.

 

  • Herzkreislauferkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • COPD
  • Diabetes Mellitus

Lymphatische Filariose (LF)
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Bekämpfung der Lymphatischen Filariose, einer der sogenannten „vernachlässigten Tropenkrankheiten“ (http://www.who.int/neglected_diseases/en/) (engl. „Neglected Tropical Diseases“ – NTDs). Diese über Mücken übertragene Wurmerkrankung befällt das Lymphsystem insbesondere der Beine und führt zu einem progredienten Lymphödem, welches im Endstadium als „Elephantiasis“ bezeichnet wird. In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung führt die Lymphatische Filariose zu körperlicher Behinderung und Erwerbsunfähigkeit. So unterhält diese Erkrankung oftmals eine bereits vorbestehende Armut und verhindert das Gelingen auch anderer Entwicklungsansätze.

Aufgrund unserer Bemühungen gegen die Lymphatische Filariose anzugehen trat Samhathi Deutschland 2015 dem „Deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten“ (DNTDs) (www.dntds.de) bei, welches die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dabei unterstützt einige der NCDs zu eliminieren.

Bewerbungsformular

Bitte füllen Sie dieses Kontaktformular aus, damit wir Ihnen die Bewerbungsunterlagen per E-Mail zusenden können. Wir setzen uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung. Ihre Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt, nur intern verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Spendenkonto
SAMHATHI – Hilfe für Indien e.V.
LigaBank Regensburg
Konto: 130 6235  BLZ: 750 903 00
IBAN: DE 3275 0903 0000 0130 6235
BIC: GENODEF1MO5
Postanschrift
Samhathi Hilfe für Indien e.V.
Ärzte für Kerala
Elmar Weber
Pinienstr. 24
84032 Altdorf
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